Blog-Übersicht (bitte runterscrollen)

23. September: Schmetterlinge zählen, Uta Rode
16. September: Apocalypse Now?, Georg Freuling
9. September: Wahlfreiheit, Uta Rode
2. September: Nicht vergessen, Georg Freuling
26. August: Tiefenschärfe, Uta Rode
19. August: Ein Gruß an unsere Konfis, Georg Freuling
12. August: Pausenzeichen, Uta Rode


24. Juni: Verabschiedung ins Sommerloch
17. Juni: Kinder, Kinder; Uta Rode

...


Schmetterlinge zählen

Von der Apokalypse war letzte Woche hier die Rede.

Dass wir sie in gigantischen, gruseligen Bildern von den Waldbränden in Kalifornien sehen.

Auch die Bilder von auseinander brechenden Eisbergen beeindrucken mich sehr.

In leiseren Tönen auch bei uns: in der Gemeinde Artern in Thüringen ist seit mehreren Sommern kaum ein Tropfen Regen gefallen, im Jahr 2018 nicht mehr als in der mongolischen Steppe, und wir genießen unsere Sommer mit zunehmend gemischten Gefühlen.

Aber auch: in der Corona-Krise haben Menschen zunehmend die Natur entdeckt : als nicht-bedrohlichen Rückzugsort, aber auch als einen zu schützenden Raum: die Naturschutz-Vereine haben Zulauf, Menschen engagieren sich mehr.

Z.B. indem sie Insekten zählen.

Dafür steht übrigens der Apollofalter über diesem Beitrag: wir sind ZeitgenossInnen des größten Artensterbens seit den Dinosauriern: Insekten vielerlei Art sterben aus, mit ebenfalls dramatischen Folgen für unsere Zukunft.

Ich erlebe mit vielen anderen Menschen den Auftrag, sich zu kümmern, die Bedrohung ernst zu nehmen und ihr entgegenzuwirken. Als Christin erlebe ich aber auch die Erleichterung, mich nicht allein mit meinen menschlichen Begrenzungen dem Unheil entgegenstemmen zu müssen.

Ich kann und will meinen Beitrag leisten, aber ich darf das „Große und Ganze“ in Gottes Hand geben.

Apropos „mein kleiner Beitrag“: vielleicht sehen wir uns am Freitag auf der Fahrraddemo der „fridays for future“ Ortsgruppe Kleve . Ich war seit Jahrzehnten nicht mehr auf der Strasse für meine politische Meinung und habe das dringende Gefühl, das jetzt der richtige Zeitpunkt ist, es wieder zu tun.

Uta Rode


Apocalypse Now?

An der Westküste der USA brennt der Wald. Die Eisschmelze in der Arktis nimmt gegen Ende des Sommers besorgniserregende Ausmaße an. Und bei uns am Niederrhein werfen die Bäume wegen der Dürre frühzeitig die Blätter ab…

Die Klimakrise findet wieder Aufmerksamkeit – neben Coronakrise, Flüchlingskrise, Wirtschaftskrise… Und manchen drängt sich wahrscheinlich der Eindruck auf, dass es mit dieser Welt den Bach runter geht.

„Apokalypse biblischen Ausmaßes“ – davon sprach in dieser Woche ein Nachrichtensprecher im Zusammenhang mit den Waldbränden in den USA. Das ist angesichts von Krisen und Katastrophen eine beliebte Formulierung. Und dahinter steht die Angst vor dem, was sich übermäßig bedrohlich zeigt, unsere Welt oder – genauer: – unsere Zivilisation bedroht. „Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe…“

Apokalypse bedeutet in der Bibel aber nicht „Schrecken ohne Ende“. Es geht um ein Ende mit Schrecken, das schon, aber damit beginnt Gottes neue Welt. Für die Menschen, an die sich die Apokalypse wie z.B. die Johannesoffenbarung richtete, war das eine hoffnungsvolle Perspektive, unter der sie durchhalten konnten.

Nein, ich möchte das Ende nicht herbeireden. Ich glaube, dass unser Gott diese wunderschöne Welt geschaffen hat und erhält. Deshalb dürfen wir Christinnen und Christen sie auch nicht einfach aufgeben – schlimmstenfalls mit der Haltung „Egal, dann fängt halt Gottes neue Welt an.“  Und was mach ich dann mit der Apokalypse? Ich entnehme ihr nicht die Lust am Untergang, sondern die Hoffnung, dass unser Gott diese Welt in der Hand hält und das letzte Wort hat – egal, was kommt.

Georg Freuling


Wahlfreiheit

Wahlen liegen vor uns: wir wählen BürgermeisterIn, Landrat/-rätin, kommunales und Kreisparlament.

Natürlich wähle ich.

Ehrlich gesagt, kann ich nicht verstehen, wie Menschen aus Trägheit oder Trotz nicht wählen, weil ich für unsere Demokratie, unsere Meinungsfreiheit und Rechtssicherheit sehr dankbar bin, und das als einen geringen Beitrag dazu betrachte, dass es so bleibt. Es gibt viele Orte auf der Welt, in Europa und in Ansätzen auch schon bei uns, wo wir sehen, wie gefährdet unsere Freiheiten und Sicherheiten sind, wie schnell Ängste geschürt werden können, so dass Menschen das Denken lieber vereinfachen, es denkfaulen „Querdenkern“ überlassen und ein „starker Mann“ Sicherheit suggerieren kann.

Trotz meiner Liebe und Sorge für unsere Demokratie, habe ich so meine spitzen Gedanken im Vorfeld von Wahlen, wenn ich betrachte, wie und mit welchen Versprechungen um unsere Stimme geworben wird:

man will „zusammen mit uns“ etwas bewegen,

will uns zukunftsfähig machen,

uns mit guten Arbeitsbedingungen, die natürlich auch mit Familie vereinbar sind, versorgen.

Wir werden über gute Bildung, bezahlbaren Wohnraum, klimaneutrale Mobilität per Rad und Bahn und schnelle und zuverlässige Digitalisierung verfügen.

Alles wird integriert und vernetzt sein; wir werden kinderfreundlich und/oder mit gestärkter Jugend voran kommen.

Und wir können ganz gelassen dem Wahlergebnis entgegensehen, weil alle Versprechen so wunderbar sind!

Wenn wir uns mit diesen Themen beschäftigen, kann uns das auch zu grundsätzlichen Fragen anstossen: Wie stellen wir uns die Zukunft in 20 Jahren vor? Oder lieber gar nicht?

Wie möchten wir in 20 Jahren leben? Was wäre dafür nötig? Wollen wir uns darüber nicht austauschen?

 

Auch dazu wieder die herzliche Einladung: liebe LeserInnen : was ist Eure/Ihre Meinung dazu?

Oder gibt es Interesse , selber einmal einen blog-Beitrag zu schreiben: Kurz, subjektiv und unvollständig?

Darüber würden wir uns freuen:

Uta Rode uta.rode@ekir.de

Georg Freuling georg.freuling@ekir.de

oder direkt an: kleve@ekir.de


Nicht vergessen!

 

- Waldspaziergang statt Shopping

- alte Kontakte per Email oder Anruf aufleben lassen („Wie geht‘s Euch eigentlich?“)

- gezielt einkaufen („Was brauch ich wirklich?“)

- sich mit der Situation arrangieren („Was nicht geht, geht halt nicht…“)

 

Ein halbes Jahr schon leben wir mit der Pandemie und werden uns in den nächsten Monaten weiter arrangieren müssen. Am Anfang unseres Blogs stand die Idee: „Vielleicht zeigt verändert die Situation unsere Wahrnehmung. Vielleicht gewinnen wir Einsichten, die wichtig sind – auch dann, wenn sich der Alltag wieder normalisiert.“ Unser Blog war weitgehend eine Spurensuche.

 

Die letzten Monate zeigen: Die Pandemie verändert uns und unsere Gesellschaft. Die wichtige, aber schlecht bezahlte Arbeit in der Pflege, an der Supermarktkasse und der Logistik fand neue Aufmerksamkeit. Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie wurden diskutiert. Mit der Aufnahme des Regelbetriebs an den Schulen rückt der Wert der Bildung in den Mittelpunkt. Und wenn in den letzten Monaten Arbeitnehmer von Kurzarbeit und die Wirtschaft von Soforthilfen und Krediten profitiert, dann stellt sich die Frage nach der Verteilungsgerechtigkeit in unserem Land und nach dem handlungsfähigen Staat, den es nun einmal nicht zum Nulltarif gibt…

 

Vielleicht wäre es gut, diese und andere Einsichten festzuhalten, nicht zu vergessen. Und – jetzt wird es interaktiv: Vielleicht haben Sie, habt Ihr ja auch Einsichten gesammelt, die es wert sind, nicht vergessen zu werden! Mailen Sie es mir (Georg.Freuling@ekir.de); ich möchte gerne damit meine Liste ergänzen!

 

Georg Freuling


Tiefenschärfe

Als unsere Sommerpause vor zwei Wochen zu Ende ging, habe ich grundsätzlich über Sinn und Nutzen der Pause nachgedacht. In unterschiedlicher Weise sind die meisten von uns jetzt wieder in ihrem Alltag und Arbeitsgeschehen angekommen.

Was genau ist eigentlich das Gegenteil von Pause? In der Pause sind wir sozusagen auf „unendlich“ eingestellt; die Gedanken schweifen, wenn's gut geht, sind wir kreativ und es tauchen neue Gedanken auf. Vielleicht sind wir aber auch ein bißchen dösig und gelangweilt. Auch das hat seinen Sinn, z.B. zur Erholung.

Jetzt werden wir wieder wach und stellen den Blick wieder scharf; wir haben unsere Aufgaben und größeren und kleineren Projekte. Dabei sind wir oft von unserem Nahbereich ausgelastet.

Zum alltäglichen Nahbereich gehört die Auseinandersetzung mit der Pandemie; entweder sie macht uns Sorgen oder wir kämpfen mit ihren Folgen wie unterschiedlichen und wechselnden Einschränkungen.

Aber auch außerhalb unseres Nahbereich können wir den Blick wieder schärfer einstellen: was sehen wir jenseits des Tellerrandes? Das Elend fliehender Menschen und ihre Suche nach einem sicheren Hafen geht weiter. Nur wenige Rettungsschiffe, darunter die Sea-watch 4 sind unterwegs - Kreuzfahrten hingegen starten wieder …

Kreuzfahrten und unser Lebensstil: die Veränderung unseres Klimas geht weiter, je nach Blickwinkel dramatisch oder eben doch irgendwie unbemerkt.

Corona verändert unsere Gesellschaft. Wir fragen uns: ist Risikominimierung das Allerwichtigste? Gesundheit das einzig hohe Gut? Auch bei diesem Thema stehen unterschiedliche Meinungen im Raum: manche empfinden die gesellschaftlichen Klimaveränderungen als dramatisch, andere passen sich an.

 

Themen zum gemeinsamen Nachdenken ohne Ende! Auch was die Auswahl angeht, freuen wir uns über Ideen und feed-back.

Zur Überschrift von diesem Format steht als Vorschlag „Pausen-blog“ im Raum.

Das hat mir natürlich gefallen, weil ich gerne über die Pause nachgedacht habe. Trotzdem geben wir Spielraum für weitere Ideen.

Wir freuen uns über Meinungen, Vorschläge, Kritik und Anregungen. Gerne wieder an: uta.rode@ekir.de und georg.freuling@ekir.de

 

es grüßt: Uta Rode


 

Ein Gruß an unsere Konfis

 

Liebe Konfis,

an den nächsten Wochenenden werdet Ihr konfirmiert.

Ein Jahr lang habt Ihr Euch darauf vorbereitet.

Eigentlich sollte es schon nach Ostern so weit sein,

aber dann kam der lock-down.

 

„Normal“ ist auch jetzt noch nicht alles:

Eure Feier wird anders sein,

als wir uns das vorgestellt haben.

Nicht alle, die Euch wichtig sind, können in die Kirche.

Der Gottesdienst wird nicht so feierlich sein.

Und auch beim Feiern danach werdet Ihr vorsichtig sein.

 

Ich habe den Eindruck:

Die letzten Monate haben viel verändert – auch bei Euch.

Einige von Euch kamen mir in den letzten Wochen so nachdenklich vor,

irgendwie reifer, erwachsener.

 

Eines ist mir wichtig:

Wenn wir jetzt Eure Konfirmation feiern,

dann geht es dabei um Gott.

Der will Euch durch Eurer ganzes Leben hindurch begleiten.

Ich persönlich bin froh,

dass ich Euch, wenigstens einigen von Euch, genau das zusprechen werde.

Gerade jetzt, auch wenn die Welt Kopf steht:

Auf unseren Gott ist Verlass!

Und ich wünsche Euch,

dass Ihr das immer wieder erlebt!

 

„Ich wünsch dir Gottes Segen,
ich wünsch dir seine Nähe, seine Kraft,
ein reich erfülltes Leben,
über dem die Hand des Höchsten wacht,
Liebe und Wärme,
Gelassenheit in allem, was du tust,
dass du auch in Stürmen
sicher und im Frieden mit dir ruhst.
Ich wünsch dir diesen Segen!“

(Martin & Jennifer Pepper © 2020 mc-peppersongs)


 

Pausenzeichen -

wie versprochen: wir sind zurück aus der Sommerpause!

 

Obwohl ich schon seit einigen Jahren aus dem Schulrhythmus raus bin, bleiben „die Ferien“ als eine Art Taktgeber für den Sommer bestehen, auch wenn Urlaub und Ferien durchaus nicht übereinstimmen.

Auch in der Stadt haben wir gemerkt, dass die Schulferien eine ruhigere Zeit sind. Nun ja, dieses Jahr noch etwas mehr als sonst.

Ich denke über den Sinne der Pause nach.

Wo gibt es Pausen?

In der Musik.

Im Gespräch.

Im Leben.

Pausen sind nicht Gegensatz zum Geschehen, sondern sie gehören dazu; sie sind ein wesentlicher Teil von jedem Vorgang, den sie unterbrechen.

Im Gespräch sind Pausen interessant, weil sie ausgehandelt, bzw. gewährt werden. Achten Sie doch einmal daurauf , wie unterschiedlich in einem Gespräch Pausen zustande kommen …

Was können sie alles bedeuten: Verlegenheit? Wortloses Verstehen? Stiller Machtkampf?

Wozu dienen Pausen?

Zum Beispiel, zum Atem holen.

Sie bieten die Möglichkeit Tempo, Rhythmus oder das Thema zu wechseln.

Wenn wir das Bewußtsein einer Pause haben, bleiben wir trotz Getrenntheit in Verbindung...

Weil wir ja wissen, dass es weiter geht. Das kann sehr schön sein.

In der Musik sind die Pausen meist exakt vorgeschrieben: sie können sehr kurz oder erstaunlich lang sein. Manchmal entstehen sie „nach Gefühl“.

 

Was unseren blog angeht: mit der weiter gehenden Verbindung, wie im Gespräch oder in der Musik ist es bei der vollständigen Getrenntheit von Schreibenden und Lesenden insgesamt ungewisser...

U.a. haben wir uns gefragt, ob wir die Überschrift „Quarantäne-blog“ weiter passend finden. Was meinen die geneigten LeserInnen? Andere Überschrift? Andere Inhalte? Anderes Format? Das Ganze eigentlich überflüssig? Wir haben weiter Lust und Ideen, brauchen aber etwas Resonanz...

Die Pause geht zu Ende, das Geschehen geht weiter – wenn's gut geht, gemeinsam.

Macht bitte Vorschläge an: uta.rode@ekir.de oder georg.freuling@ekir.de

 

Wir grüßen herzlich, wünschen weiter Gesundheit und guten Mut,

Uta Rode


 

Mehr als Brot

Das Sommerloch*

*besonders an wichtigen politischen Nachrichten arme Zeit während der sommerlichen Ferienzeit; Saure-Gurken-Zeit (Duden)

Wir – Uta Rode und Georg Freuling – verabschieden uns mit unserem blog ins Sommerloch. In den letzten Monaten haben wir an dieser Stelle mitgeteilt, was uns im Corona-Alltag beschäftigt und unserer Meinung nach uns als Gemeinde angeht: Umgang mit Abstand, Solidarität, Konsum und unser Leben als Christen unter Einschränkungen. Wir sind uns sicher: Diese Zeit wirft Fragen auf, die uns grundsätzlich interessieren sollten – über die Krise hinaus.

All das haben wir nicht nur mitgeteilt, sondern mit einigen auch in Gesprächen geteilt. Wir wünschen uns, dass unsere Wortmeldungen nicht ohne Echo bleiben, und freuen uns über Reaktionen, die auch gerne an dieser Stelle ihren Platz finden können.

Das Sommerloch hat praktische Gründe. Danach melden wir uns zurück. Doch vielleicht hat jemand Zeit und Lust, das Sommerloch zu füllen. Wir lassen uns überraschen! Beiträge bitte an Matthias.Hartnack@ekir.de, der unseren blog pflegt – herzlichen Dank dafür!

Uta Rode und Georg Freuling


 

Und nochmal : Kinder, Kinder

am Montag hat für viele, speziell jüngere Kinder neue Normalität, „verantworteter Normalbetrieb“ begonnen, bzw. Fahrt aufgenommen.

Viele, die den Rahmen dafür schaffen sollen, sind überfordert und mit Sorgen erfüllt.

Ich hoffe sehr, dass dieser Wiedereinstieg gelingt.

Unsere Kinder sind groß und sind aus dem Haus. Trotzdem gibt es mir Gelegenheit, grundsätzlich über „unsere“ Kinder nachzudenken. „unsere“ meint: alle Kinder, für die wir zuständig sind, egal ob wir persönlich Kinder in die Welt gesetzt haben oder nicht. Kinder in unserer Nachbarschaft, in unserer Stadt, in unserem Land, in der Welt. Es gibt das berühmte afrikanische Sprichwort : es braucht ein Dorf, um ein Kind groß zu ziehen. Meint: Kinder brauchen mehr und weitere Bezugspersonen als Eltern.

Der rote Faden unseres blogs ist ja: wie soll es weitergehen? Es ist die Frage nach der Zukunft, deren Ungewissheit uns zur Zeit noch klarer vor Augen steht als sonst.

Und da kommen für mich die Kinder ins Spiel. Keine Zukunft ohne Kinder. Das legt die Frage nahe: was brauchen diese Kinder, die jetzt wieder in die Kitas und Grundschulen gehen, von uns allen? Damit sie - und wir Älteren mit ihnen – eine Zukunft haben.

Gerade weil die Zukunft unsicher ist, sollten es erst recht Kinder sein, die gerne lernen, die voller Selbstvertrauen sind, die fröhlich sind.

Dafür brauchen Kinder einen sicheren Rahmen. Viele haben den nicht – auch in unserer Stadt.

In vielen Kinderzimmern auch in unserer Stadt steht kein Bett und kein Schreibtisch für die Hausaufgaben. In vielen Familien, die vorher über die Runden kamen, ist es eng geworden, seit Vater oder Mutter in Kurzarbeit oder gleich ganz ohne Job ist.

Die gute Nachricht: auch hier gibt es Menschen, die sich ehrenamtlich kümmern; die Familien in Not aufsuchen, beraten, unterstützen. Das funktioniert nur, wenn möglichst viele mitmachen.

Beim Klever Kindernetzwerk sind es im Moment 250 Menschen. Das ist ausbaubar.

Selbst mit 1 Euro im Monat sind Sie dabei und Teil der guten Sache: www.kleverkindernetzwerk.de

Ich freue mich, wenn Sie dazu kommen,

es grüßt Sie herzlich, Uta Rode


Soli-Lauf

Ich laufe regelmäßig. Schon seit Jahren. Herbst und Winter gefallen mir am besten. Kälte und Nieselregen stören mich nicht. Ich laufe zwischen 5 und 20 km – das hängt davon ab, was sonst so ansteht.

„Lauf solo in den Sommer!“ habe ich jetzt auf der Homepage der Evangelischen Kirche im Rheinland gelesen. Es geht um einen Sponsorenlauf. Die Idee: Alle, die in den letzten Wochen das Laufen für sich entdeckt haben, weil Sport im Verein oder Fitnessstudio ausfällt, können für ein gemeinsames Ziel die Laufschuhe schnüren und sich sponsern lassen. Mit den Erträgen wird der Corona-Hilfsfond der Vereinten Evangelischen Mission unterstützt, genauer die Evangelisch-Lutherische Kirche in Namibia. Finanziert werden Präventionsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus und Hilfspakete für Familien, die durch die Krise in wirtschaftliche Not geraten sind. Infos dazu gibt es unter http://medienpool.ekir.de/A/Medienpool/91359?encoding=UTF-8. (Die Datei wird als Download gespeichert, Sie müssen sie extra aufrufen.)

Ich laufe sowieso. Warum nicht mal für einen guten Zweck? Ich habe die Startnummer 69. Einige Sponsoren aus der Familie habe ich schon. Wenn auch Sie mich sponsern wollen, schicken Sie mir gerne eine Email (Georg.Freuling@ekir.de). Damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen: Die Aktion läuft bis zum 3. August und ich laufe ca. 20 km pro Woche.

Vielleicht haben Sie Lust, selbst zu laufen? Melden Sie sich an (Infos s.o.). Und wenn Sie mir auch dann eine Email schicken, können wir uns ja mal verabreden. Zum Beispiel an den Sieben Quellen. Und auf Abstand, versteht sich.

Mit besten Grüßen

Georg Freuling


Begeistert?

 

Wir haben gerade Pfingsten gefeiert.

Christinnen und Christen feiern, dass Gott uns in allen Schwierigkeiten dieser Welt seinen Geist an die Seite gibt. Eine Kraft, die uns gute Ideen gibt für Projekte, die dem Leben dienen und die unsere Gemeinschaft stärken. Nötig haben wir einen solchen Geist!

 

Denn unsere Geister scheiden sich nach einer Zeit relativer Einigkeit wieder;

die Einschätzung über Strenge oder Lockerung der Kontaktbeschränkungen gehen auseinander und vernunftgelenkte Debatten darüber sind richtig und notwendig.

 

Worüber ich nachdenke: dass tatsächlich über einige Wochen erstaunliche Einigkeit herrschte.

Wir haben auf wichtige Freiheiten, auf unsere gewohnte Kontaktgestaltung verzichtet.

Weltweit waren für einige Wochen für zwingend gehaltene Prinzipien von Konsum, Mobilität, der berühmten Freien Fahrt für freie Bürger in erstaunlicher Weise außer Kraft gesetzt.

Die Einsicht war groß; in den Umfragen war eine Mehrheit eher für eine Fortführung der strengen Maßnahmen.

 

Nun gibt es ja noch einige andere Probleme, die uns bedrohen.

Warum gelingt da nicht eine ähnliche „konzertierte Aktion“?

Ja, ich sehe die Unterschiede: beim Klimawandel besteht ein Abstand darin, dass bei uns erst die nächste oder übernächste Generation bedrohlich betroffen ist.

Die, die ihn jetzt schon spüren, machen sich auf den Weg in ein besseres, ein sicheres Leben: auf den Weg zu uns. Die Probleme hängen zusammen, denn nicht zuletzt der Klimawandel führt zu Flucht und Migration. Aber zu Flüchtenden fühlen wir Abstand, weil wir einen Wohlstand zu verteidigen haben.

Dagegen betrifft ein Virus uns unmittelbar, sofort und grundsätzlich unterschiedslos.

 

Ja, er ist ein Langstrecken-Problem, aber auf der ersten Runde sind wir der Bedrohung ganz gut entgegen getreten.

 

Ich betrachte die anderen Bedrohungen einmal als Virus: der lebensbedrohliche Kern ist ja nicht die Veränderung als solche, die hat es in der Geschichte des Lebens immer wieder gegeben, sondern wie wir ihr entgegentreten:

und wir treten ihr entgegen mit Angst (etwas zu verpassen, etwas zu verlieren), Vereinzelung (Hauptsache : Ich) und Fantasielosigkeit.

 

So betrachtet ist auch die Therapie gar nicht so kompliziert; es handelt sich sogar um eine Art Lebend-Impfung: raus aus der Vereinzelung! Lasst uns Gedanken, Sorgen und Ideen austauschen!

Nach meiner Erfahrung macht das sogar Freude! Und was wir aus Freude tun, könnte doch wirksamer sein, als was aus Sorge oder Gleichgültigkeit geschieht!

 

In diesem Sinne grüßt herzlich,

Uta Rode


Gottesdiensthygiene

Die Stühle sind auf Abstand gestellt, Desinfektionsmittel stehen bereit, Anwesenheitslisten wurden vorbereitet, alle Mitwirkenden sind informiert… Am letzten Wochenende haben wir nach zehn Wochen Pause die ersten Gottesdienste in unserer Kirchengemeinde gefeiert.

Für mich als Pfarrer war es eine merkwürdige Erfahrung. Ich hatte mit Presyterinnen und Presbytern vieles zu beachten, wollte mich aber davon nicht ganz in Anspruch nehmen lassen. Mit dem Orgelvorspiel wollte ich ganz umschalten auf Gottesdienst, so hatte ich es mir vorgenommen. Und das war nicht so einfach. Da sind all die ungewohnten Änderungen: Der Gesang entfällt, und ich bin froh, dass wir den Gottesdienst nicht schon eine Woche vorher, am Sonntag Kantate gefeiert haben. Die Liturgie ist gekürzt. Dafür gibt es zwei Schriftlesungen – „Lasset das Wort Gottes reichlich unter Euch wohnen,“ habe ich gedacht. Und dann ist da der ganz ungewohnte Blick auf eine Gemeinde mit Mundschutz.

Trotzdem habe ich den Eindruck: Die Menschen in der Kirche sind ganz da. Wir können zwar nicht singen, aber dafür werden Psalm, Gebetsrufe, Liedtexte und Glaubensbekenntnis umso beherzter gesprochen. Nachher sagen einige: „Ist zwar nicht wie vorher, trotzdem ist es schön, dass wir uns wieder treffen können.“

Bei mir bleibt ein - fühlbarer – Widerspruch: Wir feiern Gottes Nähe und bleiben auf Distanz. Das reibt sich. Aber anders geht es derzeit nicht. Und momentan geht vor, dass Menschen sich bei uns im Gottesdienst sicher fühlen und gesund bleiben. „Schön, dass wir uns treffen können!“ - Das muss momentan reichen.

Zuletzt habe ich übrigens dann selbst noch gegen die Regeln verstoßen: Beim Schlusslied „Herr, wir bitten, komm und segne uns!“ habe ich lauthals eingestimmt. Allerdings nur den ersten Satz. Danach habe ich verschämt den Mund gehalten. Einige haben es bemerkt und hinter ihrem Mundschutz gegrinst…


… wie die Kinder oder: warum wir Gottesdienste brauchen

 

Über vieles machen wir uns Gedanken in diesen Wochen.

Auch über die Kinder denken wir nach.

Was brauchen Kinder eigentlich? Wie werden sie groß?

Wie sind wir selbst im Lauf der Jahre erwachsen geworden?

 

Wir erinnern uns nicht daran, aber es fing alles mit einer ersten großen Trennung an:

der Ent-Bindung von unserer Mutter. Bis dahin war alles sehr gut; wir waren rundum versorgt.

Dann mussten wir raus.

 

Danach reihte sich eine Trennung an die andere. Manche wollten wir, in manche wurden wir geschubst. Zu jeder Trennung vom Vertrauten gehört Angst. Wenn es gut gegangen ist, haben wir sie bewältigt, indem wir ein Stück unserer vertrauten Beziehungen mitnehmen konnten :

eine Geschichte, die der Vater erzählt hat, ein Lied, oder vielleicht einen Teddybär.

Die Geschichte konnten wir irgendwann auswendig, das Lied konnten wir für uns selbst im Dunkeln singen und den Teddybär in den Kindergarten mitnehmen.

Auf geheimnisvolle Weise waren Vater oder Mutter dann bei uns.

 

So ähnlich fühle ich mich als Gotteskind: ich bin sein Geschöpf, ich komme von ihm. Irgendwann gehe ich zurück und heim.

Wenn alles gut geht, haben wir tief in uns Erinnerungen an das „bedingungslose Grundwillkommen“, das er uns ausspricht. Für dieses vertrauensvolle Erinnern brauchen wir Hilfestellungen: Geschichten, Lieder, aber auch etwas, was so konkret ist wie Essen, Trinken und Teilen. Das alles erleben wir im Gottesdienst. Deswegen brauchen wir ihn und freuen uns auf ihn.

Ich vertraue darauf, dass wir das auch erleben, wenn wir auf Abstand sitzen, nicht singen und nicht Brot und Wein oder Saft teilen.

Mancher „Trostteddy“ hat nur noch ein Auge und ist abgewetzt: er tröstet trotzdem, solange er für die Liebe steht, die wir empfangen haben.

 

Je älter ich werde, und in gewisser Weise auch erwachsen und verantwortungsvoll geworden bin, umso mehr erscheint es mir sinnvoll, notwendig und einfach „schön“ anzuerkennen, dass wir in gewisser Weise Kinder bleiben.

 

Ich freue mich auf alle Gotteskinder, die ich am Sonntag sehen werde!

Uta Rode


Ich bin präsent

von Martin Schell

Man hätte sie leicht missverstehen können, unsere Evangelische Kirche im Rheinland. Meine Anwesenheit war nicht erwünscht. Jedenfalls nicht in der einen der beiden Bedeutungen des Wortes „präsent“. Körperlich „anwesend“ solle ich nicht sein, wohl aber „geistig anteilnehmend“. Nicht mehr präsent sollen die sein, die zu einer Risikogruppe gehören. Und dahin gehört man schnell: älter als fünfzig oder spätestens sechzig, mit Bluthochdruck, mit Diabetes oder mit anderen Dingen, die die Widerstandskraft gegenüber einer Infektion verringern. Also nicht mehr körperlich zusammen mit Menschen, die ansteckend sein könnten. Wohl aber geistig präsent: am Telefon, am Bildschirm, in Videokonferenzen, mit allen Möglichkeiten des Internets und der sozialen Medien.

Das habe ich auch brav getan. Im Internet Kommentare hinterlassen, Diskussionen per E-Mail geführt, telefoniert (Dank an alle die, die mir von sich erzählt haben, mit denen ich reden und raten und beten durfte!) und mich auf Video aufnehmen lassen.

Jedenfalls: Jetzt haben wir Risikopfarrer und -pfarrerinnen die Möglichkeit, auf eigenen Wunsch teilweise von diesem Präsenz-Verbot befreit zu werden. Man kann nicht zu Präsenzdiensten verpflichtet werden, man muss sich Erlaubnis beim Dienstvorgesetzten richtiggehend im Gespräch erringen. Anders als beim Land Nordrhein-Westfalen, das dieses Verbot beispielsweise bei LehrerInnen auch hat, diese aber für Prüfungen und anderes wieder in die Schulen beordert, egal ob schwanger oder atemwegsgefährdet. Da finde ich unsere Kirche wesentlich vorsorglicher.

Jetzt darf ich, wenn auch mit Einschränkungen, wieder präsent sein in Gottesdiensten, in Sitzungen und in Seelsorgegesprächen in der Kirche, bei uns, in der Schule, sogar in Besuchen bei Sterbenden und bekanntermaßen Ansteckenden. Hausbesuche gelten weiterhin als zu riskant.

Ich freue mich, wieder von Angesicht zu Angesicht meine Arbeit als Pfarrer tun zu dürfen. Und wer weiß, vielleicht gelingt ja beides: anwesend sein und geistig anteilnehmend.


 

Die Erlebnis - Weinprobe

Gestern hatte ich eine unerwartete Überraschung: zum Geburtstag hatte meine Frau mir eine Weinprobe geschenkt - natürlich, wie es sich zu Coronazeiten gehört, als Live-Weinprobe zu Hause über einen YouTube-Kanal. Unter dem Motto „Stay at home & drink wine“ sollte vom Weingut Salm in Rheinhessen eine Auswahl an wertigen Weinen unter Anleitung des Winzers online verkostet werden. Die Technik war hergerichtet, wir hatten es uns gemütlich gemacht, der Wein war im Voraus bereits geliefert worden und wir warteten gespannt auf den Start der Live-Übertragung.

Die Probe begann mit einem vorzüglichen gut gekühlten, leichten Riesling. Den fruchtigen Geschmack am Gaumen nahm ich die Flasche in die Hand und betrachtete versonnen das Etikett. Dabei drehte ich die Flasche und studierte die Rückseite. Da, was war das? Neben den üblichen Angaben entdeckte ich etwas Ungewöhnliches: war das ein etwa ein Bibelspruch? Tatsächlich, der Winzer hatte ein Zitat aus der Bibel auf das Etikett gedruckt - so etwas hatte ich bisher noch nie gesehen. Was für eine Idee!? Auch die zweite, dritte und vierte Flasche war mit einem Vers aus der Bibel versehen.

Nun wollte ich mehr wissen.

Über die Chatfunktion der Konferenzschaltung fragte ich nach, was für eine Bewandtnis diese Zitate wohl haben? Der Winzer reckte sich, schaute ernst in die Kamera und antwortete: „Ja, wir sind Christen und glauben an Jesus und an den lieben Gott. Ich habe immer schon mit dem Gedanken geliebäugelt, einen Bibelspruch auf das Rückenetikett zu drucken. Wir überlegen gemeinsam, welcher Text passen könnte - oft hat man ja ein Zitat im Kopf, das einen besonders berührt. Und so haben die Bibelsprüche ihren Weg auf das Etikett gefunden, für jeden Jahrgang ein neuer. Für mich gehört es ganz klar dazu und ist eine Möglichkeit, meinen Glauben mit meiner Arbeit zu verknüpfen und mich immer wieder daran zu erinnern, was wirklich wichtig ist im Leben!“ - und mit Seitenblick auf seine Frau: „Habe ich noch etwas vergessen?“

Das hat mich berührt und ich finde, es ist wert, einen daraus einen kurzen Beitrag für unseren „Quarantäne-Blog“ zu machen…

Alles Gute

Heiko Buff


 

Die Wutbürger sind zurück

„Corona – das ist doch alles Quatsch,“ schnaubt ein sichtlich aufgebrachter Mann ins Mikro. Gestern in Leipzig, vorher schon in anderen Städten treffen sie sich zu „Hygienedemos“ – Menschen, die ihrer Wut über die Einschränkungen Luft machen, Impfgegner, aber auch Rechtsradikale, die aus der Stimmung politisch Kapital schlagen möchten. So merkwürdig wie die Zusammensetzung der Demonstranten, so diffus sind auch ihre Motivationen. Viele fürchten, dass die Einschränkung der Grundrechte nur der Auftakt ist: Finstere Mächte greifen nach der Macht und wollen uns die Freiheit nehmen. Verschwörungsmythen kursieren, manche offen antisemitisch – die Vergangenheit lässt grüßen.

Natürlich: Die dürfen demonstrieren; das ist ihr in der Verfassung verankertes Grundrecht, und die Gesellschaft muss es ertragen. Nur ob die überhaupt noch merken, dass sie dieses Grundrecht gerade wahrnehmen? Und, ja: Politiker müssen Ihre Entscheidungen den Menschen erklären. Versuchen sie ja auch. Nur dazu müsste man zur „Lügenpresse“ greifen oder „Staatsfernsehen“ schauen.

Ich finde es bedrohlich, was sich da abspielt. Eine Psychologin erklärt es so: Wenn Menschen mit der Realität überfordert sind, wenn die Angst überhand nimmt, dann gehen sie schon mal Verschwörungsmythen auf den Leim. Die bieten ein einfaches Weltbild, klare Feindbilder und immer auch Schuldige. Und wenn das Virus droht, kann man es ja auch ignorieren: „Alles Quatsch, kann ich ja nicht sehen!“

Der Glaube ist für mich das glatte Gegenteil dieser Weltbilder. Der Glaube weitet unseren Blick und blendet die Realität nicht aus. Er hilft uns, schwierige Situationen durchzustehen. Er gibt uns Kraft, macht uns aber nicht zu Kraftmeiern. Er gibt uns Geist und Grips, dass wir mit offenen Augen durch die Welt gehen.


 

Große Soli

Wir haben in den letzten Wochen auf vieles verzichtet. Was hat uns dazu bewegt?

Für einige gab es gute Gründe, um die eigene Gesundheit besorgt zu sein.

Aber die Meisten fühlten sich in ihrer Bereitschaft zur Solidarität angesprochen.

Wir mussten lernen, uns selbst als mögliche Gefahrenquelle für Andere zu verstehen.

Virologen und Regierung haben uns das (im Großen und Ganzen) nachvollziehbar erklärt, und wir waren daraufhin bereit, auf vieles zu verzichten.

Jetzt verflüssigen sich die strengen Regeln, und das ist gut so.

Wir gehen wieder einkaufen, besuchen den einen oder anderen Freund oder machen vielleicht einen kleinen Ausflug.

Wir waren solidarisch mit alten und gefährdeten Menschen. Wir haben unsere Kontaktwünsche und unsere Bewegungsfreiheit zurückgenommen. Jetzt wollen wir ihnen wieder mehr nachgehen. Verständlich und berechtigt – das war kein Dauerzustand.

Neben den berechtigten eigenen Wünschen wird eine anders ausgerichtete Solidarität notwendig: wir nehmen die in den Blick, deren Existenz von den Schutzmaßnahmen bedroht ist: kleine Selbstständige, Kulturschaffende und Menschen, die ohnehin in den Randgebieten der materiellen Existenz angesiedelt waren. Sie brauchen Unterstützung. Das können nicht nur die geplanten Konjunkturprogramme der Regierung sein, sondern sie benötigen ein Wir-Gefühl bei denen, die die Krise dank komfortabler Lebens- und Arbeitsbedingungen ganz gut bestanden haben.

 

Ich stelle mir Solidarität als eine konzentrische Bewegung vor.

Viele von Euch kennen das Lied: „Ins Wasser fällt ein Stein“, und Ihr kennt das bewegte Bild das dabei entsteht. Faszinierend finde ich, wieviel Bewegung und Kraft bis in die weiten Wellenringe am äußeren Rand des ursprünglichen Geschehens immer noch wirksam ist. Die Physik kann das erklären.

In unseren Herzen und in unserer Gemeinschaft muss eine andere Kraft dafür sorgen, dass Energie weiter gegeben wird. Am Anfang steht die Aufmerksamkeit : nicht nur für die nächsten Mitmenschen, sondern eben auch für die übernächsten: interessiert es uns noch, wie es in den Flüchtlingslagern aussieht? Wie es sich dort lebt? Auf Dauer??

Wenn wir dafür offen sind, löst das verschiedenes in uns aus. Vielleicht Solidarität.

Aber eben auch anderes: bei mir, bei vielen Gefühle von Ohnmacht und Lähmung. Die können so schlimm sein, dass wir wieder weg gucken.

Wenn wir uns aber auf den Weg machen und Menschen suchen, denen es ähnlich geht, ist schon sehr viel gewonnen, bei der Bewegung : „Ins Wasser fällt ein Stein.“

 

Ich grüße Sie, grüße Euch herzlich,

Uta Rode


 

Wann ist endlich wieder Gottesdienst?

Laschet hat‘s erlaubt – wann geht‘s wieder los? Die katholische Kirche hat erste Gottesdienste schon am 1. Mai geplant. Und wann ist es bei uns so weit?

Ich weiß es nicht.

Das ist die Kurzfassung. Aber ich vermute, viele fragen sich jetzt „Warum das denn? Was ist daran jetzt schwierig? Gottesdienste haben wir doch vorher regelmäßig gefeiert…“

Dazu möchte ich Ihnen und Euch folgendes erklären:

Wenn wir demnächst Gottesdienste feiern, werden die anders sein als die Gottesdienste, die viele von uns gewohnt sind und schätzen. Sie sind nur unter strengen Auflagen möglich, zu deren Umsetzung sich die Kirchen verpflichtet haben. Dazu gehört die Abstandsregel – das bringt mit sich, dass in der Auferstehungskirche dann nur ca. 40 Menschen Gottesdienst feiern können. Daraus folgt: Vermutlich werden nicht alle, die möchten, einen Platz in der Kirche bekommen. Das müssen wir so organisieren, dass es fair zugeht. Wir müssen auch schriftlich festhalten, wer kommt, damit das Gesundheitsamt Infektionsketten nachvollziehen kann. Es wird eine Maskenpflicht geben. Und Singen wird nicht erlaubt sein…

Das ist nur ein kleiner Teil der Fragen, die wir zur Zeit intern klären. Entscheiden wird das Presbyterium. Aber so oder so, früher oder später, eines ist absehbar klar: Unsere Gottesdienste werden vorläufig so wenig normal sein wie der Rest des Lebens.

Für mich sind das nicht nur praktische Fragen. Es geht nicht nur darum, dass wir möglichst bald wieder feiern, sondern auch darum, was so ein Gottesdienst ist, wie wir ihn uns wünschen.

Für viele ist der Gottesdienst ein Ort der Begegnung. Durch die Gemeinschaft werden wir in unserem Glauben gestärkt. Das geschieht, in dem wir zusammen beten, singen, nebeneinander sitzen und uns vor und nach dem Gottesdienst unterhalten. Das wird in den nächsten Monaten ungewohnt anders sein, aber vielleicht werden wir gerade dadurch merken, was uns fehlt, und es um so mehr schätzen, wenn es wieder anders möglich sein wird.

Nach unserem (nicht nur) evangelischen Verständnis ist ein Gottesdienst öffentlich, auch wenn das vielen vielleicht gar nicht so bewusst ist. Das liegt nicht nur daran, dass wir höflich sind, alle einladen und niemanden den Zutritt verweigern. Der eigentliche Grund ist: Gott will uns Menschen erreichen, in dieser Welt zu Gehör kommen. Und deshalb ist der Gottesdienst öffentlich – publice, wie es im Augsburger Bekenntnis, einer der Bekenntnisschriften unserer Kirche, heißt. Vielleicht können wir etwas Öffentlichkeit retten, indem wir das Internet nutzen. Aber grundsätzlich stellt sich für mich die Frage: Wie können wir – über diese Krise hinaus – Gottes Wort so in die Welt bringen, dass es wirklich öffentlich wird! Der traurig kleine Besucherkreis der anstehenden Gottesdienste könnte uns die Dringlichkeit bewusst machen – Gottes Relevanz ist größer, als dass wir uns damit zufrieden geben können.

Zuletzt: Unsere Gottesdienste sind keine isolierten Inseln im Meer der Zeit. Sie stärken uns für den Alltag, für unseren Dienst als Christinnen und Christen in dieser Welt. Deshalb beten wir für die Welt und gehen unter Gottes Segen, gestärkt für das, was die Woche bringt. Ich befürchte deshalb, dass es uns als Kirche nicht gut tut, wenn wir nun mit unseren Gottesdiensten dem Rest des Leben vorauseilen. - Kindergärten bleiben vorläufig weiter geschlossen, Schulen öffnen erst allmählich und Menschen in Pflegeheimen sind isoliert. Natürlich können wir darauf verweisen, dass auch Möbelhäuser schon geöffnet sind, und darauf bestehen, dass wir jetzt an der Reihe sind. Aber ob das unserem Dienst in und an dieser Welt gut tut? Ich habe da meine Zweifel.

Das ist meine persönliche Meinung, nicht die des Presbyteriums! Aber das ist einem blog ja erlaubt :)

Georg Freuling


 

Alle guten Gaben, alles was wir haben

Liebe Gemeindemitglieder!

Die Pandemie hat uns voll im Griff, wer hätte das vor wenigen Wochen für möglich gehalten? Ganz Deutschland - nein, die ganze Welt befindet sich in einer bisher nie gekannten Ausnahmesituation und das ganze Gefüge der verschiedenen Kulturen, Lebensweisen und Gewohnheiten ist ins Wackeln gekommen und befindet sich in einer Schockstarre.

Auch in unserer Kirchengemeinde sind die Folgen mehr als schmerzhaft zu spüren. Es ist ein Schuss vor den Bug, den wir in diesen Tagen erleben. Aber so schrecklich die Bilder und Nachrichten in den Medien auch sind, so real vielleicht die eigenen Erlebnisse, Sorgen oder Vorstellungen in unseren nächtlichen Träumen auch sind, wir sollten uns einmal das ein oder andere Positive in dieser Situation vor Augen führen:

Wir haben eine selbst verordnete „Zwangspause“ eingelegt, die uns auch zum Nachdenken anregt. Mancher greift in diesen Tagen wieder zu einem guten Buch und nutzt die Stille zum Innehalten. Wäre das noch vor zwei Monaten denkbar gewesen? Für viele, die im Hamsterrad des Alltags einfach nur noch „funktionierten“, sicherlich nicht.

Man besinnt sich auch auf alte - in der Hektik in den Hintergrund geratenen - Rituale zurück. Ich denke da ganz konkret an das kurze Tischgebet vor den Mahlzeiten. Viel zu selbstverständlich ist uns „unser tägliches Brot“ geworden. Nun, da zwar kein Mangel an Nahrungsmitteln zu befürchten ist, wohl aber nicht unbedingt das gewohnte Produkt von der Firma XY zu kaufen ist, sondern zum Beispiel die Nudeln in der grünen und nicht bevorzugten blauen Schachtel in der Küche auf ihre Zubereitung warten, ahnen wir erst einmal, was es wohl für unsere Eltern und Großeltern bedeutet haben mag, vor dem Essen ein Dankgebet zu sprechen. Sie kannten den echten, lebensbedrohenden Hunger noch zu gut. Dass unser Lebensstandard bei Weitem nicht selbstverständlich ist und bereits durch ein winziges Virus, das noch nicht einmal ein Lebewesen und weder mit dem bloßen Auge noch mit einem Mikroskop zu erkennen ist, uns vor Augen geführt wird, wie klein und hilflos wir plötzlich sind, lässt mich innehalten. Ein kurzes Besinnen auf diese Tatsache und dann der Dank für unseren reichhaltig gedeckten Tisch tut da richtig gut und lässt sich in wenige Worte fassen:

„Alle guten Gaben, alles was wir haben, kommt oh Gott von dir, dir sei Dank dafür“. Das war übrigens unser Tischgebet zu Kindertagen und auch noch heute mein Favorit.

Ich erinnere mich auch noch gut daran, wie mein Vater nach dem Abendessen noch eine kurze Andacht zu halten pflegte. Am noch nicht abgedeckten Tisch saßen meine Eltern und wir drei Jungs. Vater las aus einem antiquarischen Buch kurze Abhandlungen vor, die uns drei pubertierende Jugendliche nicht zuletzt wegen der veralteten Wortwahl damals wenig berührten. Wir widmeten uns lieber den Hoheitskämpfen mit den Füßen unter dem Tisch, sehr zum Leidwesen meines Vaters, dem die Ablenkungsmanöver natürlich nicht verborgen blieben (meine Mutter dagegen konnte sich dagegen oftmals ein Lächeln nicht verkneifen). Zum abschließenden Vaterunser waren wir jedoch wieder voll bei der Sache.

Ich denke auch gerne in diesen Tagen an meine frühe Kindheit zurück - an die kurzen Gebete meiner Mutter auf der Bettkante vor dem zu Bett gehen - wie gut taten diese oftmals!

Lassen Sie Ihre Gedanken ruhig einmal schweifen und besinnen Sie sich auf diese vielleicht in Vergessenheit geratenen „Kleinigkeiten“ des Tages aus Ihrer Kindheit zurück. Lässt sich das ein oder andere wieder zum Leben erwecken? - Sie werden feststellen, es lohnt sich!

Bleiben Sie bitte gesund!

Herzliche Grüße aus der Klever Unterstadt

Ihr Heiko Buff


Ich kauf, ich kauf!

21. April 2020

„Ich kauf, ich kauf“,
singt Herbert Grönemeyer und: „Kaufen ist wunderschön...“

Die strengen Regeln haben sich ein bißchen gelockert.

Einige Geschäfte öffnen wieder. Wir freuen uns darüber: durch die Stadt schlendern, sich von den Angeboten anregen lassen, Menschen treffen, das ist tatsächlich wunderschön; und es ist für uns ein Zeichen, dass wir uns langsam Richtung „neue Normalität“ bewegen.

Wenn sich etwas verändert, denken wir nach; jetzt vielleicht auch übers Einkaufen. Ich bin keine shopping-queen; aber auch ich habe es in den letzen Wochen vermisst, ziellos durch einen Laden zu streifen, mich im Buchladen beraten zu lassen oder doch mal nach einem neuen T-shirt Ausschau zu halten.

Wenn wir einkaufen folgen wir Gedanken wie: was brauche ich? Worauf habe ich Lust? Suche ich Anregung, Belohnung, Trost oder ...

In den letzten Wochen haben wir auf einmal auch die andere Seite der Ladentheke realisiert: wir waren dankbar, dass Geschäfte geöffnet sind und Verkäuferinnen verkaufen!

Wir realisieren, dass Geschäfte oder Restaurants in ihrer Existenz bedroht sind.

Theoretisch wussten wir auch vor der Krise um Bedrohungen. Uns war klar, dass z.B. der online-Handel oder große Ketten den Einzelhandel in unserer Stadt bedrohen. Wir nutzen das globalisierte Angebot trotzdem: weil uns die Bequemlichkeit besticht, das umfassende Angebot oder der niedrige Preis.

Wir haben letzte Woche in unserem blog darüber nachgedacht, was uns auch die kleinen Alltagskontakte bedeuten können.

Wenn wir wollen, verbinden wir beide Gedanken: kaufe ich in meiner real existierenden Stadt ein und verbinde das mit einem kleine Mini-Kontakt, den ich in der Zeit der Kontaktreduzierung schätzen gelernt habe?

Oder folge ich der Dynamik von „schnell, schnell“, „Geiz ist geil“, und „alles ist möglich“?

Jetzt, in einer Umbruchphase Richtung Normalisierung frage ich mich:
nach welchen Gesichtspunkten kaufe ich ein?
Wo es am schnellsten geht, weil alles an einem Ort zu haben ist? Wo es am billligsten ist?
Wenn dies – nachvollziehbare – Gründe sind: welche Aspekte sind mir etwas wert ? Warum?
Wenn etwas billig ist – wer bezahlt dafür den Preis?
Welche Läden würde ich vermissen?

Für mich, für Sie fallen die Antworten sicher verschieden aus, das ist gut, weil wir ja - Gott sei Dank! - verschieden sind. Und vielleicht tauschen wir uns bei Gelegenheit darüber aus.

Es grüßt Sie herzlich,

Uta Rode


Freundlichkeit auf Distanz

9. April 2020

Ein Abendspaziergang. Kurz noch einmal die letzten Sonnenstrahlen genießen. Kaum einer ist unterwegs. Doch dann kommt mir eine Frau entgegen. Ausgerechnet hier ist der Bürgersteig nur einen Meter breit. Wir zögern beide. Überlegen erkennbar, ob wir nach rechts oder links ausweichen. Am Ende nehme ich den Bogen über die Straße um ein geparktes Auto herum. Im Vorbeigehen nicken wir uns zu. Freundlich. - Distanz und Freundlichkeit schließen sich nicht aus.

Haben Sie in den letzten Wochen Ähnliches erlebt? Wir sollen zur Zeit unsere Kontakte reduzieren. Und manchmal führt das zu Verunsicherung: Anfangs war da noch die wie gewohnt zur Begrüßung ausgestreckte Hand, immer noch bleibt der Schritt zurück, wenn wir merken, dass die 1,5 Meter unterschritten sind. Normalerweise lassen wir uns im Kontakt mit anderen von unseren Gewohnheiten leiten lassen. Das funktioniert in dieser Situation nicht mehr.

„Kontaktreduzierung“ betrifft aber nur die Art und Weise, wie wir uns körperlich nahe kommen. Das betrifft Handschlag oder Umarmung ebenso wie ungeduldige Zeitgenossen, die uns im Geschäft auf die Pelle rücken. Und damit hat es positive und negative Seiten.

Kontaktreduzierung bedeutet deshalb auch keineswegs, dass wir nun kontaktarm vor uns hin leben. In den Familien ist der Kontakt zur Zeit intensiver als sonst. Und auch das hat – positive und negative Seiten.

Auf jeden Fall führt Kontaktreduzierung dazu, dass wir darüber nachdenken, wie wir Kontakt gestalten, ihn halten und anders als sonst gestalten können. Und es gibt genug Möglichkeiten, die uns das Virus nicht kaputt machen kann:

- Anruf, für den, der nicht nur hören will, auch mit skype oder facetime

- Email, WhatsApp oder andere Kurznachrichten

- Karte, Brief oder Päcken zu Ostern

- Unterhaltung von Balkon zu Balkon oder von einer Straßenseite zur anderen, Osterspaziergang zu zweit mit Sicherheitsabstand

Und wenn‘s gut geht, führt die derzeitige Situation dazu, dass wir uns mehr Gedanken machen, wie wir diese Kontakte gestalten. Denn absurderweise kann ja auch eine Email oder eine Kurznachricht distanzlos sein! Ob analog oder digital und unabhängig von der körperlichen Distanz gilt, was schon in der Bibel steht: „Sorge im Herzen bedrückt den Menschen; aber ein freundliches Wort erfreut ihn.“ (Sprüche 12,25) Dabei wünsche ich Kreativität und Erfolg!

Georg Freuling


 

Wach auf, Dornröschen!

7. April 2020

Liebe Leute an Euren PCs, laptops, tablets oder smartphones, schön, dass Ihr dabei seid!

„Mehr als Brot“ steht über unserem Quarantäne-Blog.
Dass wir mehr brauchen, als Nudeln und Klopapier, merken wir jede Woche mehr.

In einem anderen Beitrag habe ich an den Propheten Jeremia gedacht, der an sein Volk im Exil schreibt. Da war es auch um Gärten gegangen. Die sind ja im Moment ein Geschenk: zwar ist es für Tomatensetzlinge noch zu früh; aber die Kirsche blüht und wir halten Ausschau, ob die Bienenblumenwiese aus dem letzten Jahr wieder kommt.

„Dornröschenschlaf“: das passt doch zu diesem Zustand, den wir gerade erleben: die Räder stehen still, alles verlangsamt sich. Unbefriedigend finden wir die Vorstellung, dass – wohl nicht nach 100 Jahren wie bei Dornröschen, sondern je nach Szenario in einigen Wochen, spätestens in einigen Monaten - allmählich wieder Normalität nach dem Motto „business as usual“ einkehrt.

Die Krise ist Vergrößerungsglas für Gutes und Schlechtes: es gibt tatsächlich Menschen, die aus der Not Profit schlagen oder hamstermässig um sich selber kreisen. Aber es gibt auch Solidarität auf vielen Ebenen.

Vielleicht ist die Krise ja auch ein Anstoß, fordert uns heraus, weil Selbstverständliches, für sicher Geglaubtes ausgesetzt, vielleicht sogar grundsätzlich in Frage gestellt ist: das Prinzip „Machbarkeit“ in unserer Heilkunst, die Selbstverständlichkeit unserer Bewegungsfreiheit, die Selbstbestimmung unserer Kontakte oder ganz grundsätzlich die – vermeintliche - Kontrolle über unsere Existenz.

Alltäglicher zwischenmenschlicher Kontakt ist zu etwas Bedrohlichem geworden. Gleichzeitig ist diese Bedrohung ungreifbar und unwirklich.

Wir sind mit unseren Defiziten konfrontiert: Wer sich vorher schon nicht gut alleine beschäftigen konnte, dreht jetzt vollends am Rad. Wem sein Partner oder die Kinder auf die Nerven gegangen sind, auch. Bestenfalls werden Ressourcen entdeckt: endlich Zeit, die Malutensilien wieder rauszuholen, schreibend oder telefonierend Kontakte zu pflegen, liegen Gebliebenes zu erledigen.

Interessant finden wir, dass auch die Gesellschaft auf einmal bestimmte Wertigkeiten hinterfragt: auf einmal sind Verkäuferinnen, Pflegekräfte u.a. HeldInnen des Alltags. Diesen HeldInnen gemeinsam ist, dass sie schlecht bezahlt sind.

Im normalen Alltag ist die technische Beherrschung der Welt höher angesehen als Hilfsbereitschaft. Jetzt appelliert die Politik an Solidarität und Zusammenhalt. Und die Menschen folgen.Sehr viele jedenfalls, die Anderen interessieren uns im Moment nicht.

„Krise“ heißt dem Wort nach Entscheidung. Wir möchten an dieser Stelle auf unserer Homepage Menschen ansprechen, die nach der Krise nicht in ersten Linie Aufholbedarf oder eben „business as usual“ auf der Tagesordnung sehen,sondern sich einen Austausch darüber wünschen, wie wir aus dieser Zeit der Einschränkungen etwas lernen können. In welcher Richtung soll es weiter gehen?

Wir haben ein paar ansteckende Ideen, die wir mit Euch teilen wollen.
In den nächsten Wochen jeden Mittwoch an dieser Stelle.
Wir freuen uns über Rückmeldungen.
Und ganz besonders freuen wir uns, wenn Menschen sagen/schreiben:
tolle Idee, ich würde gerne mitmachen.

Es grüßen herzlich, Pfarrer Georg Freuling und Uta Rode