Auf der Youtube-Seite finden Sie den Video-Mitschnitt.

Online-Andacht zum Sonntag Rogate am 17. Mai 2020, von Achim Rohländer

 

► Musik

 

► Begrüßung und Eröffnung

 

Eine Kerze wird entzündet.

 

Vielleicht kennen Sie den Brauch auch.

Bei uns zu Hause wurde immer dann eine Kerze entzündet, wenn in der Familie etwa Besonderes anstand. Eine schwierige Arbeit. Eine Operation. Ein Bewerbungsgespräch.

Meine Mutter hat sie entzündet.

Verbunden mit einem Gebet, einer Bitte.

Der Bitte an Gott um Unterstützung und Kraft, um Konzentration, die richtigen Gedanken.

Der heutige Sonntag, der fünfte nach Ostern, heißt Rogate. Das bedeutet: Betet!.

Heute ist also Bet-Sonntag.

 

Wer betet, wendet sich Gott zu.

Das tun wir jetzt auch in dieser Online-Andacht.

Wir feiern sie in Gottes Namen.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

► Lied "Unser Vater" Strophen 1+2

 

Wir singen das Wochenlied "Unser Vater", eine Bearbeitung des Vater Unsers von Christoph Zehendner.

1. Bist zu uns wie ein Vater, der sein Kind nie vergisst.
Der trotz all seiner Größe immer ansprechbar ist.
2. Deine Herrschaft soll kommen, das, was du willst, geschehen.
Auf der Erde, im Himmel sollen alle es sehn.

Refrain: Vater, unser Vater, alle Ehre deinem Namen. Vater, unser Vater, bis ans Ende der Zeiten Amen

 

► Gedanken 1

 

Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Emnid betet mehr als die Hälfte der Deutschen. 31 Prozent von ihnen gelegentlich; doch fast jeder fünfte Deutsche betet regelmäßig.

Ganze 69 Prozent der Befragten über 60 Jahre gaben an, zu beten.

Gebetet wird nicht nur gemeinsam im Gottesdienst. Sondern zu Hause.

Eigentlich überall. Beten ist immer etwas sehr persönliches, ja intimes.

Für gewöhnlich reden wir mit anderen nicht darüber.

 

In Matthäus 6 ( Vers 6) spricht Jesus vom Beten. Bevor er seinen Jüngern das Vater Unser empfiehlt , sagt er:

"Wenn du betest, geh in dein Zimmer und verriegel die Tür. Bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen." aus: BasisBibel. Das Neue Testament 2010

Mich begleitet das Beten schon mein ganzes Leben.

Vielfältig sind meine Erfahrungen damit.

Als Kind, als Jugendliche, als Erwachsener. In Freud und Leid. Erfüllte und enttäuschte Hoffnungen.

Auch Sie werden Ihre eigenen Geschichten mit dem Beten haben. Ihre Rituale und Gewohnheiten. Werden Zeiten der Nähe und der Distanz Gottes erlebt und erfahren haben.

"Sprich einfach frei heraus zu Gott.", so sagte damals mein Jugendgruppenleiter zu mir.

"Sag ihm, was dich bewegt, bedrückt, worüber du dich freust oder worüber du dankbar bist. Und wenn dir die Worte fehlen, dann sei einfach still. Oder sprich das Gebet, das Jesus uns gegeben hat, Das Vater Unser. Das umfasst alles."

Ja, das "Vater Unser" ist für uns Christen und Christinnen zum Inbegriff des Betens geworden, im Gottesdienst wie im persönlichen Glaubensleben.

 

Wir singen die beiden nächsten Strophen des Liedes "Unser Vater".

 

► Lied "Unser Vater" Strophen 3+4

 

3.) Gib uns das, was wir brauchen, gib uns heute unser Brot.
Und vergib uns den Aufstand gegen dich und dein Gebot.

4.) Lehre uns zu vergeben, so wie du uns vergibst.
Lass uns treu zu dir stehen, so, wie du immer liebst.

 

Refrain: Vater, unser Vater, alle Ehre deinem Namen. Vater, unser Vater, bis ans Ende der Zeiten Amen

 

► Gedanken 2

 

Wer betet, weiß um die eigene Bedürftigkeit.

Weiß um den Mangel, die eigene Schwäche und Gefährdung,

weiß um menschliche Fehlerhaftigkeit und Schuld.

Wer betet, spürt:

Die Welt ist nicht in unserer Hand. Auch nicht unser Leben. Und erst recht nicht die, die wir lieben.

Aber wir sind mit alledem nicht allein.

 

So sagt Jesus einige Verse später (Matthäus 6 Vers 8): "Denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch bevor ihr ihn darum bittet." aus: BasisBibel. Das Neue Testament 2010

 

Da ist dieses Gegenüber. Uns zugewandt.

Wie ein guter Vater, wie eine liebevolle Mutter.

Tag für Tag gibt Gott, was wir brauchen.

Wir sind und bleiben in guten Händen.

Auch in schwierigen Zeiten.

 

Wir singen die beiden letzten Strophen.

 

► Lied "Unser Vater" Strophen 5+6

 

5. Nimm Gedanken des Zweifels und der Anfechtung fort.
Mach uns frei von dem Bösen durch dein mächtiges Wort.

6. Deine Macht hat kein Ende, wir vertrauen darauf.
Bist ein herrlicher Herrscher und dein Reich hört nie auf.
 

Refrain: Vater, unser Vater, alle Ehre deinem Namen. Vater, unser Vater, bis ans Ende der Zeiten. Amen

 

Text: Christoph Zehendner 1995

Musik: Hans-Werner Scharnowski 1994

Auf den Punkt / Hit`n run Publishing, Siegen

► Gedanken 3

 

Das Gebet ist der Ort, an dem ich mich immer wieder neu ausrichten kann.

Auf den, der uns seine Zusage gegeben hat, alle Tage bei uns zu sein.

An dem, was Gott möchte.

Mögen auch wir einstimmen können in den Wochenspruch aus Psalm 66 (Vers 20):

"Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet!" Amen

Die Bibel. Lutherübersetzung 2017

 

► Fürbitten

 

Wir beten:

 

Guter Gott, danke, dass wir zu dir kommen können, so wie wir sind.

Voller Freude und glückselig, aber auch tief betrübt, den Tränen nah.

Du weißt, was uns und andere bewegt und beschäftigt in diesen Tagen.

 

Um Mut und Kraft, um Trost und Hoffnung bitten wir für alle,

die nicht ein noch aus wissen,

die schwere Entscheidungen treffen müssen,

die einsam sind,

die mit dem Tode ringen,

die trauern.

 

Du verstehst unsere Gedanken von ferne.

 

Du bist da.

Dir können wir unser Leben anvertrauen.

Du hörst uns zu.

Deshalb sprechen und beten wir zu dir:

 

► Vater Unser

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

 

► Sendung

 

Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu;
denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Text : Georg Neumark 1641 - EG 369

► Segen

 

Gott segne und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen. 

 

► Musik