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Versöhnungskirche an der "Linde"

Feldmannstege 4
47533 Kleve

An der historischen Postkutschenstation, der südlich der Altstadt gelegenen Straßenkreuzung, an der seinerzeit die „schöne Linde“, ein kunstvoll beschnittener Lindenbaum stand, heute direkt an dem großen Markplatz „an der Linde“ liegt die in Beton, Backstein und Glas ausgeführte neue „Große Kirche“ der Evangelischen Kirchengemeinde in Kleve.

Die am dritten Adventssonntag 1967 eingeweihte Kirche ist der Neubau für die am 7. Oktober 1944 zerstörte „Große Kirche“, die an anderer Stelle stand, nämlich an der Großen Straße gegenüber der Einmündung des „Kloppberg“, gleich unterhalb der Schwanenburg.

Gemeinsam mit dem Schwanenturm wurde die Kirche damals zerstört, weil dieser nämlich von einem abstürzenden Bombenflugzeug getroffen auf sie stürzte.

Als Relikt aus dieser Kirche ist ein steinernes Bild der Bibel links neben dem Haupteingang in die Fassade der Versöhnungskirche eingelassen, dieses Kunstwerk fand sich bis 1994 über dem Portal der „Großen Kirche“. Es benennt den Text aus Johannes 5, 39: „Ihr suchet in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben, und sie ist’s, die von mir zeugt.“

Architekt der Kirche und des Gemeindezentrums, der Altentagesstätte und des Jugendheims ist Wolfgang Natow. Das Portal wurde gestaltet von dem Bamberger Bildhauer Reuter, die zum Innenhof hin gerichtete Fensterfront, das Edelstahlkreuz der Altarwand und die Holztafeln der Orgelempore von Carlernst Kürten.

Dargestellt ist dort der suchende Mensch, der Lebensweg Jesu, Höllenfahrt und Auferstehung, das Portal zeigt verschiedene Bilder der Versöhnung. Die im Laufe des Kirchenjahres wechselnden Antependien, der Schmuck von Lesepult und Altar, sind Werk der Künstlerin Christiane Freimann aus Wuppertal.

Die 29 Register der Orgel klingen in den quaderförmigen Kirchenraum mit seiner konsequenten Fortführung des Quadrates in einer aussergewöhnlichen Akustik.

„Versöhnung“ nimmt Bezug auf unser menschliches Miteinander, auf die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, den Beziehungen zu unseren Nachbarn, sowohl hinter der Grenze als auch in der eigenen Gemeinde, in der Menschen, die Opfer waren, mit Menschen, die sich schuldig gemacht hatten, zusammen lebten.

Der Name der Kirche erinnert aber auch an die ökumenische Arbeit des 2005 infolge eines Attentats verstorbenen Priors von Taize, Roger Schutz, dessen Kirche auch „Versöhnungskirche“ heisst.

"Durch Christus sind wir versöhnt mit Gott." 2. Kor. 5, 19 und 20.