Diakonieprojekt Straßenkinder Burundi

Hilfe für die Eltern ist Hilfe für die Kinder!

Oktober 2020. Der aktuelle Welthungerindex bestätigt es erneut- Burundi ist eines der Länder der Welt, in dem die meisten Menschen hungern. Unterernährung, Kindersterblichkeit, Wachstumsverzögerung und Auszehrung bei Kindern werden analysiert. In Burundi ist selbst die vollständige Sammlung dieser Daten, auf Grund der schwierigen politischen und sozialen Lage, für die Welthungerhilfe nicht vollständig möglich. Zu der Bevölkerungsgruppe, die selbst innerhalb Burundis noch weniger haben, gehören die Batwa in Ruganirwa im Hochland von Muyinga. Der Pygmäenstamm gehört zu einer ethnischen Minderheit, die in igluartigen Strohhütten lebt, deren Lebensraum durch Umwelteinflüsse zerstört wurde und deren Haupteinnamequelle, die Produktion von Haushaltsgefäßen aus grobem Ton, nicht mehr benötigt wird. Bildung für die Kinder ist den Eltern, in ihrer Situation, nicht wichtig. Seit einigen Jahren unterstützen wir nun als einziger Träger finanziell, die Vorschule, die die Fondation Stamm dort in einem Steinhaus betreibt. Die Kinder werden durch ihren Lehrer darauf vorbereitet im Anschluss an die Vorschulzeit in ihrem eigenen Dorf, gemeinsam mit den Kindern der Region, die Grundschule zu besuchen. Eine NäherInnenausbildung findet im Umfeld des Gebäudes statt und versorgt die Kinder mit Kleidung für den Schulalltag (ist oft aber auch die einzige Kleidung der Kinder). Auch für eine tägliche Mahlzeit war gesorgt, indem die Kinder mittags gemeinsam mit ihrem Lehrer zu einer, von einer Hilfsorganisation an der Grundschule betriebenen, Mensa gelaufen sind.

Bedingt durch die Coronapandemie existiert diese Mensa nun nicht mehr. Einige der Batwafamilien sahen dann auch keinen Grund mehr ihre Kinder zur Vor- oder Grundschule zu schicken. Um den Kindern Bildung zu ermöglichen, hat die Fondation Stamm nun einige Angebote für die Eltern eingerichtet. Den Müttern und Vätern werden Kenntnisse vermitteln, um danach damit eine Erwerbstätigkeit zu finden und von denen die Kinder bereits direkt profitieren.

So erlernen nun einige Eltern und Dorfbewohner die Zubereitung von Teigtaschen, oder das Schreinern einfacher Möbelstücke, und Einige stellen Ziegelsteine für den Bau fester Behausungen her. Es gibt also wieder eine regelmäßige Mahlzeit für die Schülerinnen und Schüler der Vorschule und auch die Bänke im Klassenraum sind gegen bunt lackierte Stühlchen ausgetauscht worden. Zudem hat das Gebäude einen betonierten Boden erhalten.

Die Fondation Stamm konnte auch den SchülerInnen, die aus der Dorfgemeinschaft die Grundschule besuchen, Hefte sowie weiteres Schulmaterial zur Verfügung stellen, um damit deren Motivation zu stärken und den Geldbeutel der Eltern zu entlasten.

In diesem Schuljahr besuchen 61 Kinder die dorfeigene Vorschule, davon auch einige Kinder, die nicht zu den Batwa gehören.

Im Centre Garuka in Muyinga/Stadt nimmt für die Heimbewohner Alles seinen gewohnten Lauf. Nur das häufigere Hände waschen ist hinzugekommen.

In Buhinyuza an der ETAB werden in diesem Schuljahr bereits 86 Schülerinnen und Schüler in Agrarwirtschaft und Tierheilkunde unterrichtet, darunter 26 Mädchen. Im Internat bleiben während der Woche 40 Jugendliche.

Für all diese Projekte sammeln wir auch weiterhin Geld. Die Vorschule in Ruganirwa und das Straßenkinderheim in Muyinga würde es ohne die Unterstützung unserer Kirchengemeinde nicht geben. Spenden sammeln fällt in diesen Zeiten schwerer als sonst. Die Kollekten sind geringer, da die normalen und die besonderen Gottesdienste ausfallen oder viel geringer besucht sind. Private Feierende, die Burundi bedenken gibt es derzeit auch nicht und auch die besonderen Veranstaltungen, die Burundi sonst zum Spendenzweck hatten –z. B. Sponsorenläufe- finden nicht statt.

Wir werden ab Mitte November wieder die Spendenwürfel in den Kirchen verteilen. Lassen Sie sich durch den Würfel anregen, nicht nur ihr überschüssiges Kleingeld darin zu sammeln, sondern auch eine Spende auf unser Konto zu überweisen. Die Spenden kommen ohne Abzüge direkt bei der Fondation Stamm an. Verena Stamm und ihre Mitarbeitenden lassen Sie dann den beschrieben Projekten in Muyinga Stadt und Umland zugutekommen.

Ihre Spenden senden Sie bitte auf das Konto:

 

Evangelische Kirchengemeinde Kleve

Sparkasse Rhein/Maas

IBAN: DE98 3245 0000 0000 1041 25

BIC: WELADED1KLE

Kennwort: Burundi

 

Ihre Extraspende können Sie auch gekennzeichnet in die Kollekte geben. Auf Wunsch erhalten Sie eine Spendenquittung.Von einer weiteren Möglichkeit der Unterstützung wurde bereits von einigen Gemeindegliedern Gebrauch gemacht. Sie ließen sich bei persönlichen Festtagen, wie runde Geburtstage oder Ehejubiläen, von ihren Gästen mit einer Spende für Burundi beschenken. Eine Idee auch für Sie, selbst in Zeiten, in denen die Feste kleiner ausfallen?!

 

Beate Ihle- Fischer

Corona? Anderes überwiegt!

Sommer 2020. Ein ungewöhnliches Schuljahr ist auch in Muyinga und Umgebung zu Ende gegangen. Wenn dieser Gemeindebrief erscheint, sind die Heimbewohner des Centre Garuka noch in ihren Ferien, bei Angehörigen oder im Heim, die kleinen Schülerinnen und Schüler der Vorschule bei den Batwa in Ruganirwa sehen ihre Schule nur von außen und die Lernenden der Landwirtschaftsschule in Buhinyuza (ETAB) unterstützen zuhause ihre Angehörigen bei der Landarbeit.

Für die meisten Menschen in Burundi ist das Leben mit dem Coronavirus nicht das vordergründige Problem, aber in Ruganirwa hat es doch große Auswirkungen auf die Kinder. Durch die Schließung der Grenzen und die Zurückhaltung bei Reisen in die Provinz konnte die Hilfsorganisation, bei der die Kindergartenkinder mittags ein Essen bekamen, nicht mehr liefern und kochen. Da diese Küche für die Grundschule der Region zuständig ist, bekamen auch die dortigen Grundschüler*innen (einige davon aus dem Batwadorf) keine Mahlzeit. Für etliche der Eltern, die es immer noch von der Notwendigkeit von Bildung zu überzeugen gilt, war damit der Grund, ihre Kinder in die Schule zu lassen, hinfällig. Verena Stamm plant für das neue Schuljahr einigen der Batwafrauen das Kochen für Gruppen beizubringen und den Vorschulkindern wenigstens einen warmen Brei täglich zukommen zu lassen.

Durch die immer wieder kehrenden starken Regenfälle und Überflutungen im Land sind zehntausende Menschen obdachlos geworden und leben in Lagern. Auch Mitarbeiter*innen der Fondation Stamm in Bujumbura sind davon betroffen und in deren Einrichtungen untergekommen. Am Schulgebäude in Ruganirwa ist das hölzerne Vordach abgebrochen, so d ass die Näherin Joselyne die Ausbildung nun unter freiem Himmel oder in der Ferienzeit, in der Schule fortführt. Eigentlich sollte diese Ausbildung eine Möglichkeit zum Broterwerb für erwachsene Batwa bieten, aber nun sind auch zwei Kinder dabei, die auf Grund ihrer Armut nicht mehr die Schule besuchen konnten. Die Ausbildung zur Näherin ist im Dorf und kostenlos. Um gelegentlich ein wenig Geld zu verdienen, gehen die Kinder Anitha und Innocent tageweise in Fabriken, z.B. für die Herstellung von Ziegeln.

Die Jungen im Centre Garuka sind im Heim durch die Fondation Stamm gut versorgt. Der Kleinste (Don Promis) amüsiert sich, seine Mitbewohner und die Mitarbeitenden mit fröhlichem Spiel, während die anderen Bewohner den Koch Eddy, den Gärtner Vianney und die anderen Mitarbeiter*innen in ihrer Arbeit und beim Grundreinemachen des Hauses unterstützen.

So wie in allen Häusern der Fondation Stamm stehen am Eingang der Gebäude Wasserkanister mit Auslauf und Seife zur Verfügung, um die Handhygiene zu gewährleisten. Näher*innen der Fondation Stamm haben Stoffmasken genäht, da diese in Burundi kostengünstig nicht zur Verfügung standen. Weitergehende Schutzmaßnahmen gegen Covid 19 werden hauptsächlich von ausländischen Organisationen eingehalten. Nach den Wahlen und dem plötzlichen Tod des Nochamtsinhabers, gibt es nun vorzeitig einen neuen Staatspräsidenten der bislang regierenden Partei, Gouverneure und Verwalter wurden ausgewechselt und die Staatsmacht setzt Regeln gegen Korruption und falschen Journalismus durch. Oft sind davon jedoch Oppositionelle betroffen. Für die einfache Bevölkerung bleiben weiterhin die Armut, einfach zu bekämpfende Krankheiten wie Malaria (bei denen die Medikamente den Menschen zu teuer sind) und Unwetter mit ihren Folgen das größte Problem.

Die Sonderzahlung der Gemeinde über 2500€ und unsere halbjährliche Zahlung für den Unterhalt des Centre Garuka und der Schule in Ruganirwa sind abgeschickt. Wenn dieser Gemeindebrief erscheint, denken wir schon wieder an den Unterhalt, der im Januar 2021 versandt wird. In diese Zeiten fällt es bislang viel schwerer, Geld als Spenden und Kollekten zu sammeln. Aber

und Kollekten zu sammeln. Aber diese beiden Projekte in Muyinga leben nur von dem Geld, das unsere Gemeinde dorthin sendet. Seit über 12 Jahren gelingt uns dies in ausreichendem Maß und ich bin zuversichtlich, dass wir es auch zu Coronazeiten hinbekommen!

Wenn Sie spenden möchten, tun Sie dies bitte auf das Konto:

 

Evangelische Kirchengemeinde Kleve

Sparkasse Kleve

IBAN: DE98 3245 0000 0000 1041 25

BIC: WELADED 1KLE

Kennwort: Burundi

 

Ihre Extraspende können Sie auch gekennzeichnet in die Kollekte geben. Auf Wunsch erhalten Sie eine Spendenquittung.

Von einer weiteren Möglichkeit der Unterstützung wurde bereits von einigen Gemeindegliedern Gebrauch gemacht. Sie ließen sich bei persönlichen Festtagen, wie runde Geburtstage oder Ehejubiläen, von ihren Gästen mit einer Spende für Burundi beschenken. Eine Idee auch für Sie, selbst in Zeiten, in denen die Feste kleiner ausfallen?!

Beate Ihle- Fischer

Extraspende für Burundi

Aufruf:

Extraspende für Burundi zu Zeiten der Coronapandemie

Bitte spenden Sie zusätzlich für Hilfen in Burundi!


Evangelische Kirchengemeinde Kleve
Sparkasse Kleve
IBAN: DE98 3245 0000 0000 1041 25
BIC: WELADED 1KLE
Kennwort: Burundi Corona


Die Gemeinde sendet zeitnah eine Sonderspende an die Fondation Stamm, zur Unterstützung für deren Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie in Burundi und zur Linderung der dadurch entstehenden zusätzlichen Not.

Noch ist Covid 19 in Burundi nicht offiziell angekommen. Die Regierung hat Vorkehrungen der Hygiene getroffen und lässt das öffentliche Leben teilweise stillstehen. Gleichzeitig aber holt die Regierung burundische Flüchtlinge aus Tansania zurück ins Land. Dies soll für die kommenden Wahlen im Mai wirksam sein. Die dortigen Helfer arbeiten ohne jede Schutzausrüstung, obwohl in Tansania bereits Covid-19-Fälle bekannt sind. Sowohl Corona-Tests als auch Beatmungsplätze in Krankenhäusern sind kaum vorhanden. Im Kongo in der Grenzregion zu Burundi gibt es auch zusätzlich Ebolafälle. Human Rights Watch fordert die burundische Regierung auf die Pandemie nicht herunterzuspielen.

Quelle : www.sosmediasburundi.org 31.03.2020

 

Verena Stamm schrieb uns schon am 21.03.2020:

Wir lesen täglich, wenn nicht sogar stündlich, wie es in Deutschland und in der ganzen Welt mit dem Corona-Virus abläuft. Man liest über Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Schulen, und jetzt hat es auch die Kanzlerin erwischt.

Hier ist die Devise: „Wir schaffen das», haha. Sie haben zwar ein paar Maßnahmen getroffen. Z.B. jeder Reisende muss erst in das Hotel Source du Nil zur 14tägigen Quarantäne. Diese Woche gibt es keine Flüge. Es wird gefordert die Hygienevorschriften zu respektieren. Aber sonst läuft hier noch alles wie gehabt. Die Schulen sind geöffnet. Glücklicherweise, denn zurzeit gibt es Klausuren und bald Zeugnisse vor den Osterferien. Der Gottesdienst läuft ganz normal und Geschäfte, Restaurants usw. sind geöffnet.

Allerdings bereite ich mich darauf vor. Erstens haben wir für unsere kleine Klinik einen guten Vorrat an Medikamenten angelegt. Viele kaufen schon Masken und Schutzhandschuhe und ein Mangel macht sich bemerkbar. Ich werde auch einen Lebensmittelvorrat für die Heime anschaffen.

Von Nadege bekommst du dieser Tage Berichte mit Fotos aus Muyinga. Ich hatte Nadege mit Pascal und weitere Mitarbeiter hingeschickt um zu sehen, wie es dort läuft. Vor allem die Schule ist wichtig in Hinsicht auf den Kontakt mit eurer Schule. Auch der Kindergarten der Pygmäen scheint gut zu laufen.

Probleme gibt es in Burundi genug. Wenn uns auch das Corona Virus bis jetzt in Ruhe gelassen hat, sind die Menschen doch sehr arm. Auf dem Lande ist das besonders schlimm. Überall sehen wir die mangelernährten Kinder. In den Städten ist die Arbeitslosigkeit der jungen Menschen ein riesiges Problem. Es soll ja am 20. Mai Wahlen geben, und alle hoffen auf einen Wechsel.

Beate Ihle- Fischer